Kreisjugendpflege und Gleichstellungsstelle des Landkreis Neuwied bieten Know-how-Workshop zum Phänomen Influencer an

Sie sind bekannt, einflussreich, vermitteln bestimmte Auffassungen und Werbebotschaften. Influencer sind die neuen Idole aus der Welt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und kaum mehr aus deren Leben wegzudenken. Die in zahlreichen sozialen Netzwerken geteilten Inhalte zu konsumieren, ist bei unzähligen jungen Menschen mittlerweile zum Alltag geworden. Deren Körperbild, Berufswünsche, Freizeit- und Konsumverhalten wird infolgedessen stark beeinflusst. Ältere Generationen stehen dem Phänomen Influencer oftmals ratlos gegenüber. Um dem entgegenzuwirken, bietet die Gleichstellungsstelle gemeinsam mit der Jugendpflege des Landkreises am Mittwoch, den 21.09.22, einen eintägigen Workshop zum Thema Influencer an.

Mit Hilfe des Referenten Wolfgang M. Schmitt, Filmkritiker, Autor und selbst YouTuber wird anhand von Anschauungsmaterial (Clips, Posts etc.) im Workshop das Phänomen kritisch beleuchtet. Wie in den Know-how-Workshops üblich, soll der kritische Umgang erarbeitet und Alternativen aufgezeigt werden.

Einige der wichtigen Fragen, auf die der Inhalt des Workshops eingeht sind:

Was bedeuten die einzelnen Plattformen?

Wie funktioniert das wirtschaftliche Modell des Phänomens?

Wie einflussreich sind die Körperbilder der neuen Stars?

Welche Auswirkungen auf die Gesundheit der Follower bestehen?

Der Workshop findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Know-how – für eine qualitative Jugendarbeit“, am 21.09.22 im ASL Linkenbach, statt. Interessierte Eltern sind ebenso willkommen wie Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen der sozialen Arbeit, egal ob haupt- oder ehrenamtlich.

Die Kostenbeteiligung inkl. Getränke und Snacks beträgt:20,- € pro Person bzw. 10,- € für ehrenamtlich Tätige. Auf eigene Kosten kann am Tag selbst ein Mittagessen bestellt werden. Anmeldeschluss ist der 01.09.2022. Anmeldungen bitte an: jugendpflege@kreis-neuwied.de oder  doris.eylmueller@kreis-neuwied.de

Die Gefahr der falschen Vorbilder

Viele Studien der letzten Jahre demonstrieren, dass Kinder und Jugendliche ihre Idole immer öfter in den sozialen Netzwerken finden – auf Instagram, YouTube, TikTok oder in anderen Angeboten, die im Alltag der Kinder und Jugendlichen wichtig sind. Influencer sind für Kinder extrem glaubwürdig. Sie dienen als Vorbilder, werden aber nicht als unnahbare Stars wahrgenommen – vielmehr haben sie fast schon den Status echter Freunde. Immerhin kann man mit ihnen direkt kommunizieren, indem man ihre Stories anschaut, ihre Beiträge liket oder ihnen Privatnachrichten schickt. Indem sie ihre jungen Fans über Fotos und Videos an ihrem ganz persönlichen Alltag teilhaben lassen, bieten sie eine wichtige Identifikationsfläche und vermitteln so das Gefühl von Wertschätzung und Freundschaft. Dadurch fehlt den Kindern und Jugendlichen aber oftmals die kritische Distanz.

Dabei nutzen viele Youtuber und Instagram-Influencer ihre Reichweite schlichtweg, um mit Produktplatzierungen in ihren Beiträgen viel Geld zu verdienen. Werbung, die vor allem jüngere Nutzer gar nicht als solche erkennen und sich so leicht davon beeinflussen lassen. Es steht außer Frage: Kinder brauchen Vorbilder. Denn die bieten Orientierungshilfe, sind Projektionsfläche und oft eben auch Personen, denen man nacheifert. Vorbilder können für die Entwicklung von Kindern förderlich sein. Ein Aufwachsen in Zeiten von digitalen Medien und ständiger Präsenz von möglichen Idolen im Fernsehen, auf Plakaten, in Zeitungen, in der Werbung und in den sozialen Medien erfordert es jedoch, Kinder auch bei der Wahl ihrer Vorbilder zu begleiten. Denn nicht jede Figur des öffentlichen Lebens ist dafür geeignet. Darum sollten Eltern ganz genau hinschauen, wem die Kinder eigentlich so imitieren und offen mit ihnen darüber sprechen.