„Wir werden dort auch Geld in die Hand nehmen, damit wir der Branche Unterstützung anbieten können.“

Wir haben uns mit dem Koblenzer Oberbürgermeister David Langner über die aktuelle Situation in unserer Stadt unterhalten und von ihm u.a. etwas über die aktuelle Allgemeinverfügung, dem Plan diese zukünftig über den Bund einheitlich zu regeln oder auch Perspektiven für die Gastronomie-, Hotellerie- und Touristikbranche erfahren.

Wenn Sie auf die gesamte Zeit der Pandemie zurückschauen. Wie haben sich die Bürger verhalten, gab es größtenteils Verständnis für die Allgemeinverfügungen?

Die Koblenzerinnen und Koblenzer haben sich größtenteils sehr vernünftig und regelkonform verhalten. Das muss man wirklich sagen. Natürlich ist das Ordnungsamt und auch die Polizei unterwegs gewesen. Es sind auch Verstöße festgestellt worden. Dort sind Bußgeldbescheide ergangen. Aber ein großes Lob an die Bürger, die sich bisher sehr anständig verhalten haben.  

Koblenz ist eine Touristenstadt. Ein großes Sorgenthema im Moment. Wie sehen die Auswirkungen durch fehlende Gastronomie, Hotellerie und Großveranstaltungen – wie unter anderem Rhein in Flammen – aus?

Ich glaube die ganzen Konsequenzen sind noch gar nicht so absehbar. Natürlich ist es eine absolut dramatische Lage für die Hotellerie für die Gastronomie, auch für den Kulturbereich, für den Einzelhandel, … Wenn man überlegt, dass wir jetzt seit über einem Jahr mehr oder weniger eingeschränkt unterwegs sind. Dass Platzangebote zum Beispiel in Restaurants nicht so genutzt werden konnten, das wird sicher auch in den nächsten Wochen und Monaten, auch nach der Pandemie –wenn das Ende denn irgendwann abzusehen ist – erhebliche Auswirkungen haben. Wir sind in einem sehr engen Austausch mit den Initiativen, mit der IHK, Alle lieben Koblenz, SMART, um dort immer mal wieder über Projekte zu sprechen, wie wir als Stadt Koblenz den Unternehmen an dieser Stelle helfen können. Aber das kann niemand kompensieren was dort an Einnahmeverlusten im letzten Jahr zusammengekommen ist.

Vor allem die Innenstädte leiden derzeit unter dem Lockdwon. Gibt es bereits Konzepte oder Vorschläge um eine gewisse Wiederbelebung gestalten zu können – trotz Corona?

Ja, die gibt es. Die liegen auch fertig in der Schublade und wir hätten sie eigentlich gerne schon der Öffentlichkeit vorgestellt. Aber mir war es irgendwie komisch eine Restart-Kampagne in der Öffentlichkeit zu präsentieren, wenn wir steigende Zahlen haben und wir wieder über einschränkende Maßnahmen sprechen. Sie sind jederzeit herauszunehmen, wenn es dann wieder losgehen kann. Wir waren im letzten Jahr sehr erfolgreich mit unseren Restart-Kampagnen – sowohl für den Einzelhandel als auch insbesondere für den Tourismus. Es ist uns in drei Monaten sogar gelungen die Besucherzahlen aus dem Inland gegenüber dem Vorjahr zu steigern. Das zeigt, dass solche Kampagnen etwas nutzen, die nutzen auch der Gastronomie, der Hotellerie, letztlich auch dem Einzelhandel. Das wollen wir in diesem Jahr auf jeden Fall wiederholen. Das ist sehr wichtig.

Was aktuell am meisten leidet, ist die Veranstaltungsbranche. Hierzu gibt es ja bereits einige Modellversuche unter welchen Bedingungen Veranstaltungen wieder möglich sein könnten. Was halten Sie davon?

Ich glaube es ist wichtig, dass wir da Perspektiven haben, und auch Perspektiven geben. Als Stadt Koblenz haben wir uns auch als Modellkommune beim Land beworben. Da ist ein wesentlicher Inhalt, dass Veranstaltungen auch im kulturellen Bereich geben soll mithilfe einer guten Teststrategie. Wir haben sehr viele Testmöglichkeiten und Testzentren in Koblenz geschaffen, sodass wir die nötigen Kapazitäten anbieten können. Die Kontaktnachverfolgung wird mittels App ohne Probleme möglich sein. Wir sind da im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt. Deswegen denke ich, dass es wichtig ist, dass wir uns mit solchen Modellversuchen auch auseinandersetzen und dass wir, wenn die Zahlen wieder sinken, in der Lage sind, auch frühestmöglich solche Perspektiven anzubieten (…) Wir werden dort auch Geld in die Hand nehmen, damit wir der Branche Unterstützung anbieten können.

Vielen Dank, David Langner, vielen Dank Johannes Fischer, der das Interview in unserem Auftrag führte.