„Zu sagen „Gibt uns das Geld, wir machen was.“ ist eine Sache. Aber es auch zu sehen und Leuten zu zeigen, ist etwas anderes.“

Anlässlich der Spendengala von Fly & Help 2024 trafen wir viele bekannte Gesichter, so auch Wolfram Kons. Der Journalist und Fernsehmoderator ist vor allem beim Fernsehsender RTL zuhause, übernahm hier die Gesamtleitung der RTL Stiftung und moderiert bereits seit 1996 den RTL-Spendenmarathon. Wer ihn also nicht kennt, hat wohl noch nie gespendet. 2004 wurde er für sein Engagement für die Charity-Sendungen im deutschen Fernsehen mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet. Wir haben mit ihm unter anderem über den Spendenmarathon und seine erste Einweihung einer Fly & Help Schule gesprochen. Einen Auszug dieses aufschlussreichen Interviews erfahrt ihr hier.

Das komplette Video-Interview könnt ihr euch auch digital hier anschauen.

Bevor wir zu Wolfram Kons, RTL oder dem Spendenmarathon kommen. Wie kam der Bezug zu Reiner Meutsch und Fly & Help?

Gerade erst in diesem Jahr (Anmerkung der Redaktion: Das Interview wurde im November 2024 aufgenommen) wurde in Namibia die 100. Fly & Help Schule eröffnet. Und die heißt tatsächlich RTL-Schule, weil wir da auch unterstützen durften. Es war eine wirklich bewegende Reise. Ich bin oft und viel unterwegs, in Deutschland, aber auch in der Welt. Ich war dieses Jahr auch in der Ukraine, das hat mich sehr bewegt. Aber auch diese Reise mit Reiner. Denn wir haben dort Kinder erlebt, die zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Schulraum waren, die zum ersten Mal sauberes, fließendes Trinkwasser sehen. Das waren wunderbare Momente. Reiner ist ja immer sehr nah am Wasser gebaut. Aber das war auch eine bewegende Reise. Wir  haben seit vielen Jahren die Möglichkeit Reiner zu unterstützen. Aber ich war jetzt zum ersten Mal bei einer Schuleröffnung dabei, um das einmal zu sehen. Wir sind schließlich auch unseren Spendern Rechenschaft schuldig. Denn zu sagen: „Gibt uns das Geld, wir machen was.“ Ist eine Sache. Aber es auch zu sehen und Leuten zu zeigen, ist etwas anderes. Und das haben wir gemacht. Wir haben es gefilmt und die Reaktionen darauf waren – das war jetzt keine große Überraschung – überwältigend.

29 Jahre ist es her, die Gründung einer Stiftung „RTL hilft Kindern“. Dann gibt es den Spendenmarathon. Kann Wolfram Kons denn – nicht auf den Cent genau – sagen, wie viel im letzten Jahrzehnt mit deiner Stiftung und dem Spendenmarathon an Geld zusammengekommen ist? Das waren schon einige Millionen, oder?

Ja, ich weiß es natürlich genau. Wenn du so eine Stiftung gründest und sie auch führst, wäre es schon schlimm, wenn ich nicht wüsste, was wir eingenommen haben. Wir haben bis jetzt etwas mehr als 287 Mio. Euro gesammelt. Aber das ist, das muss man auch sagen, wenn man sieht, was in der Welt momentan an Summen unterwegs ist, noch eine homöopathische Summe. Hier mal eine Milliarde, da mal eine Milliarde… Die wichtigste Zahl, die uns in den letzten 29 Jahren bewegt hat, kennen wir eigentlich gar nicht. Denn die wichtigste Zahl ist, wie viele Menschen haben wir erreicht mit dem Impuls „Wir helfen Kindern, mach doch auch mal was.“ Das eine ist zu spenden – und ich freue mich, wenn die Menschen spenden, wenn Sie spenden – aber wenn Sie jetzt sagen, was für Kinder zu tun, finde ich grundsätzlich gut und baue nebenan im Kindergarten einen neuen Sandkasten oder wir machen selbst was in der Nachbarschaft, finde ich das genauso gut. Ich weiß natürlich bei dem Geld, was zu uns kommt, dass es wirklich ankommt. Weil wir das große Privileg haben, dass bei uns der Sender RTL alle Kosten bezahlt, Reisekosten, Studiokosten, wir zahlen einem Prominenten nie einen Cent und am Ende kommt dann jeder Cent wirklich den Hilfsprojekten zugute. Ebenso wie bei Reiner, der das aus der eigenen Tasche macht. Das ist natürlich nochmal eine ganz eigene, noble Dimension. Aber wir konnten wirklich jeden Cent der Spenden in die Hilfsprojekte stecken. Es ist übrigens genauso herausfordernd und anstrengend das Geld nachhaltig und wirksam in die Projekte zu bringen, wie das Geld zu sammeln.

Vielen Dank, Wolfram Kons und vielen Dank Frank Ackermann, der das Interview in unserem Auftrag führte.

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