Wie man richtig mit Künstliche Intelligenz kann Texte schreiben, Informationen zusammenfassen, Ideen entwickeln, Reisen planen oder beim Erstellen von Konzepten helfen. Doch die Qualität der Antwort hängt wesentlich davon ab, wie eine Aufgabe formuliert wird. Wer einer KI nur wenige, ungenaue Stichworte gibt, erhält häufig ein ebenso allgemeines Ergebnis. Wer dagegen Ziel, Hintergrund und gewünschte Form klar beschreibt, kann deutlich bessere Antworten erwarten.

Die Eingabe, mit der wir einer KI eine Aufgabe stellen, wird als „Prompt“ bezeichnet. Dafür muss man weder programmieren können noch eine komplizierte Fachsprache lernen. Im Grunde gelten ähnliche Regeln wie bei der Zusammenarbeit mit einem Menschen: Je genauer das Gegenüber weiß, was erwartet wird, desto passender kann es reagieren.

Klar sagen, was man erreichen möchte

Ein wenig hilfreicher Prompt wäre beispielsweise: „Schreibe einen Text über Pflege.“

Die KI weiß in diesem Fall weder, für wen der Text bestimmt ist, noch wie lang, aktuell oder ausführlich er sein soll. Auch Tonfall und Schwerpunkt bleiben offen. Deutlich besser wäre: „Schreibe einen verständlichen redaktionellen Bericht mit etwa 500 Wörtern für ein regionales Publikum. Thema ist der Einsatz von Robotik und künstlicher Intelligenz in der Pflege. Stelle Chancen und Grenzen ausgewogen dar und betone, dass Technik menschliche Zuwendung unterstützen, aber nicht ersetzen kann.“

Diese Formulierung enthält das Thema, die Zielgruppe, die Textart, den Umfang und die gewünschte inhaltliche Ausrichtung. Hilfreich sind außerdem Angaben zu Kontext, Format und Stil. Auch Beispiele können der KI zeigen, wie das gewünschte Ergebnis aussehen soll.

Die fünf wichtigsten Angaben

Ein guter Prompt beantwortet möglichst diese Fragen:

  1. Was soll die KI tun?
    Soll sie schreiben, kürzen, übersetzen, vergleichen, erklären oder Ideen entwickeln?
  2. Wofür wird das Ergebnis benötigt?
    Ein Social-Media-Beitrag benötigt eine andere Sprache als ein Geschäftsbrief oder ein Zeitungsartikel.
  3. An wen richtet sich der Inhalt?
    Fachleute, Kunden, Jugendliche oder ein breites Publikum haben unterschiedliche Erwartungen.
  4. Wie soll das Ergebnis aussehen?
    Länge, Aufbau, Tonfall und Ausgabeformat sollten möglichst konkret benannt werden.
  5. Welche Vorgaben müssen beachtet werden?
    Dazu gehören Fakten, Preise, Termine, Namen, Quellen oder Formulierungen, die enthalten beziehungsweise vermieden werden sollen.

Wer bereits einen Text besitzt, dessen Stil ihm gefällt, kann ihn als Orientierung zur Verfügung stellen. Die KI erkennt typische Satzlängen, Aufbau und Tonfall und kann sich daran orientieren.

Lieber positiv formulieren

Anweisungen, die ausschließlich aus Verboten bestehen, führen nicht immer zum gewünschten Ergebnis. „Schreibe nicht kompliziert, nicht werblich und nicht zu lang“ lässt noch viele Fragen offen. Zielführender ist eine positive Beschreibung: „Schreibe verständlich, sachlich und lebendig. Verwende kurze Sätze, verzichte auf Fachbegriffe und begrenze den Text auf 300 Wörter.“ Die KI erfährt damit nicht nur, was sie vermeiden, sondern vor allem, was sie stattdessen tun soll. Ein gewünschtes Verhalten sollte daher konkret beschrieben werden, anstatt lediglich Verbote aufzulisten.

Was man besser nicht tun sollte

Problematisch wird es, wenn eine KI wie eine allwissende Instanz behandelt wird. Sprachmodelle erzeugen Antworten anhand erlernter sprachlicher Muster. Sie können falsche Angaben erfinden und dennoch sehr überzeugend klingen. Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology bezeichnet dieses Phänomen als „Confabulation“ – also selbstbewusst formulierte, aber falsche oder erfundene Inhalte.

Deshalb gilt:

  • Wichtige Zahlen, Namen, Zitate und Termine immer überprüfen.
  • Bei aktuellen Themen ausdrücklich eine Recherche und Quellen verlangen.
  • Erfundenen Quellenangaben oder Internetadressen nicht ungeprüft vertrauen.
  • Medizinische, rechtliche oder finanzielle Entscheidungen nicht allein auf eine KI-Antwort stützen.
  • Keine vertraulichen Kundendaten, Passwörter, Gesundheitsinformationen oder Geschäftsgeheimnisse eingeben.
  • Ergebnisse sprachlich und inhaltlich kontrollieren.

Eine KI besitzt kein menschliches Verständnis, kein Gewissen und keine eigene Lebenserfahrung. Sie kann beim Denken, Formulieren und Strukturieren unterstützen, nimmt dem Menschen aber nicht die Verantwortung für das Ergebnis ab. Die besten Resultate entstehen deshalb dort, wo menschliches Urteilsvermögen und maschinelle Unterstützung zusammenarbeiten.