„Ich habe „Bailando“ am Anfang als „Schnuller-Pop“ empfunden“

Wir haben Popstar Loona in Limburg vor ihrem Auftritt getroffen und unser Moderator Johannes Fischer hat ihr einige Fragen gestellt, dessen Antworten wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten.

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Von deinem anfänglichen Pseudonym „Carisma“ gab es dann irgendwann eine Namensänderung auf „Loona“ und der Song „Bailando“, für den es Platin, Gold und den Echo gab – wie ist das denn, wenn man auf einmal so richtig berühmt ist?

Ja, 1995/1996 haben wir in die Charts geguckt und uns gefragt, kommen wir da überhaupt rein… und dann 1998 hat auch die Plattenfirma gefragt, könnt ihr euch nicht anders nennen, weil mit DJ Sammy und Carisma kann keiner was mit anfangen.  Und da haben wir gesagt, naja Mallorca, Strand, Sonne, Meer – Mond . So kam der Name „Loona“ und dann auf einmal habe ich den Song eingesungen – und ich weiß noch  ganz genau – ich habe das am Anfang als „Schnuller-Pop“ empfunden, weil ich mehr das Techno-Mädchen war . Aber ich  dachte unter dem Pseudonym „Loona“ kann ich das machen. Auf jeden Fall ging es dann in die Charts, zuerst war es auf Nummer 11, 7,3 und 8 Wochen lang auf 1. Damit hat eigentlich keiner gerechnet. Ehrlich nicht. Wir waren auf einmal Weltstars, haben den ganzen Sommer lang die Pole Position gehabt in den Charts.  Es gab Jennifer Lopez und Enrique Iglesias… aber wir waren auf Nummer 1. Das war ein tolles Gefühl. Man hat sich nichts dabei gedacht und es nicht so wertgeschätzt wie jetzt.

Aber Erfolg kam nochmal. Dann kam nämlich Herbert Grönemeyers Song („Mamboleo“) und schon wieder ein Echo. Aber es folgte auch die Trennung eures Duos. Wie hast du die Zeit dieser musikalischen Trennung für dich wahrgenommen?

Es war tatsächlich eine Trennung sowohl musikalisch als auch privat. Weil Samy und ich ein Paar waren, obwohl das nicht so bekannt war. Die Jahre haben wir so tolle Erfolge gefeiert und dann ging das einfach weiter. Aber dann kam die Zeit, als wir uns nicht mehr so verstanden haben. Dann habe ich mich auch zurückgezogen als „Loona“. Und 2006, kurz nachdem unsere gemeinsame Tochter geboren war in 2005, haben wir uns getrennt und es war erstmal still. Da hab ich gedacht: Was mach ich jetzt? Der Erfolg war so groß und wenn du dann als Künstler sagst, jetzt bin ich mal eine Zeit nicht da – ich habe auch Auftritte abgelehnt – das fanden die Plattenfirmen und viele andere gar nicht schön, aber mir war das egal. Ich habe gedacht, ich greif das wieder auf, aber das war doch sehr schwierig. Dann bin ich erstmal zurückgegangen nach Holland und habe dort langsam wieder angefangen… 

Da gab es ja einen ganz tollen Satz von dir: „Ich habe noch nicht ausbailandod“

Ja, du musst bedenken, jetzt ist ein 90er Revival. In 2007 war das noch nicht. Und dann haben die Leute gesehen, wie lebendig ich das Ganze noch gelebt habe auf der Bühne und dann ging es auch wieder aufwärts. Ich war in der Jury bei „Popstars“ in 2008, wo dann ich ein halbes Jahr auf Pro7 jede Woche zu sehen war. Das war toll für mich.  Da haben die Leute zumindest gesehen „Hey, die lebt noch“ Weil als Künstler will man ja irgendwie unsterblich sein. Und dann hat es zwei Jahre gedauert und es kam „Vamos a la Playa“ und nach „Bailando“ ist es eigentlich mein größerer Hit. Keiner hat gedacht, dass das ein Erfolg wird, alle Plattenfirmen haben es abgelehnt.  Trotzdem habe ich es rausgebracht, und es wurde ein Hit.  Ich lebe zwar auch vom 90er Revival aber ich bin eben auch eine Sommerhit-Künstlerin

…Fakt ist wo Loona ist, ist Stimmung! Vielen Dank, liebe Loona, vielen Dank Johannes, der das Interview in unserem Auftrag führte.