Die Spielwarenmesse in Nürnberg feiert 2026 ihre 75. Ausgabe und öffnet vom 27. bis 31.Januar 2026 erneut die Tore als weltgrößter Marktplatz für Spielwaren, Spiele und Lizenzwelten. Was dort gezeigt, verhandelt und ausprobiert wird, ist längst kein Kinderkram mehr — die Messe ist ein Barometer für Kultur, Tech und Konsumstimmungen.

Zwei Trends bestimmen das Bild: AI Loves (to) Play & Creative Mindfulness

Das Trend-Committee der Spielwarenmesse hat für 2026 zwei Leitmotive benannt: erstens die Verknüpfung von Künstlicher Intelligenz mit Spielkonzepten („AI Loves (to) Play“), zweitens ein wachsendes Bedürfnis nach entschleunigter, kreativer Achtsamkeit („Creative Mindfulness“). Beide Stränge zeigen, wie unterschiedlich Spiel heute wirkt: als hochinteraktive, personalisierbare Tech-Erfahrung — und zugleich als Gegenpol dazu, als analoge Bastel-, Entspannungs- und Kreativ-Zone.

Was das konkret heißt

  • Intelligente Spielpartner: Spielzeuge und Games mit eingebetteter KI sprechen Kinder und Erwachsene persönlicher an — durch adaptive Schwierigkeitsgrade, Stimme/Chat-Interaktion oder individuelle Lernpfade. Hier entsteht ein Markt, der Personalisierung mit Lern- und Einstiegsfunktionen verbindet.
  • Analog als Gegenentwurf: Parallel boomt kreatives, taktiles Spielen — Mal- und Bastelsets, Achtsamkeits-Kits und meditative Kreativangebote, die Bildschirme bewusst ausklammern und Ruheräume schaffen. Diese Produkte zielen auf Wohlbefinden und Selbstwirksamkeit.

Wer spielt jetzt noch — und warum?

Auf der Messe wird deutlich, dass sich Spielzeug längst an mehr als nur Kinder richtet. Neben jungen Zielgruppen stehen vor allem Sammler und immer häufiger Erwachsene im Mittelpunkt – die sogenannten „Kidults“. Viele große Marken präsentieren nostalgische, hochwertige und bewusst erwachsen gestaltete Produkte. Das zeigt: Spielen wird heute auch als Lifestyle verstanden und als Möglichkeit, abzuschalten und Stress abzubauen. Aktuelle Studien und Branchenberichte, die auf der Messe vorgestellt wurden, bestätigen diesen Wandel.

Messeformat: Ausprobieren, Vernetzen, Feiern

Zum Jubiläum setzt die Spielwarenmesse 2026 nicht nur auf Produktpräsentation, sondern auf Erlebnisflächen (das zentrale „Mitte“-Are­al mit ToyTrends), neue Networking-Formate und ein erweitertes Begleitprogramm — vom Fachtalk bis zur Produktdemo. Die Messe bleibt damit Ort fürs Anfassen und Ausprobieren, nicht nur fürs bloße Scrollen.

Genau hinschauen!

  • Tech mit Herz: Achtet auf Spielzeug, das KI nutzt, ohne die Fantasie zu ersetzen — z. B. Roboter, die reagieren, ohne alles vorzugeben.
  • Slow Play: Kreativ- und Achtsamkeitsprodukte sind perfekte Geschenke für gestresste Freundinnen/Freunde — und schöne Interior-Objekte.
  • Design fürs Erwachsenenzimmer: Limitierte Sets und hochwertige Sammlerstücke sind nicht nur Nostalgie, sondern auch Status- und Wohlfühloasen.
  • Vor Ort erleben: Wer in der Stadt ist: Probieren geht über Lesen — die Messe bleibt ein Erlebnis für alle Sinne.

Die Spielwarenmesse 2026 zeigt eine Branche im Doppel-Takt: sie ist technikaffin und zugleich auf der Suche nach Entschleunigung. Für unsere Stadt-Leser heißt das: Spielzeug und Spiele sind längst Teil urbaner Lebensart — von smarten Gadgets bis zu handgemachten Ruheinseln. Wer mit offenen Augen durch die Auslagen schlendert, findet in Nürnberg Ideen für Geschenke, Wochenendprojekte und kleine Fluchten aus dem Alltag