In der Küche wird täglich gekocht, geschnitten, gebraten und gelagert. Dabei entstehen Fett, Krümel und Lebensmittelreste – und mit ihnen können sich auch unerwünschte Keime verbreiten. Kühlschrank, Backofen, Herd und andere Küchengeräte sollten deshalb regelmäßig gereinigt werden. Doch wo lauern die häufigsten Hygienefallen und was sollte man besonders beachten?
Der Kühlschrank: Sauberkeit trifft richtige Temperatur
Der Kühlschrank gehört zu den wichtigsten Geräten, wenn es um Lebensmittelhygiene geht. Leicht verderbliche Lebensmittel sollten bei maximal 7 Grad Celsius, besser bei etwa 5 Grad, gelagert werden. Mindestens ebenso wichtig ist Sauberkeit. Verschüttete Milch, Soßen oder andere Lebensmittelreste sollten sofort entfernt werden. In regelmäßigen Abständen werden Fächer, Ablagen und Schubladen herausgenommen und gründlich gereinigt. Dabei die Türdichtungen und Griffe nicht vergessen.
Lebensmittel sollten möglichst abgedeckt beziehungsweise in geeigneten Behältern aufbewahrt werden. Rohe tierische Lebensmittel müssen so gelagert werden, dass Fleischsaft oder Tauwasser nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommen können.
Auch ein überfüllter Kühlschrank ist ungünstig: Zwischen den Lebensmitteln sollte die kalte Luft ausreichend zirkulieren können.
Backofen: Eingebranntes nicht zum Dauerzustand werden lassen
Fettspritzer und Speisereste im Backofen sehen nicht nur unschön aus. Werden sie immer wieder erhitzt, brennen sie zunehmend fest und können Rauch und unangenehme Gerüche verursachen.
Frische Verschmutzungen lassen sich meist leichter entfernen als alte Verkrustungen. Deshalb den Ofen nach dem Abkühlen möglichst zeitnah auswischen. Bei stärkeren Verschmutzungen helfen geeignete Backofenreiniger oder – sofern das Gerät darüber verfügt – das entsprechende Selbstreinigungsprogramm.
Wichtig: Immer die Pflegehinweise des Geräteherstellers beachten. Nicht jede Oberfläche verträgt aggressive oder scheuernde Reinigungsmittel.
Herd und Kochfeld: Am besten direkt nach dem Kochen
Fett, übergekochtes Wasser und Speisereste landen schnell auf dem Kochfeld. Sobald die Oberfläche ausreichend abgekühlt ist, sollten Verschmutzungen entfernt werden. Bei Glaskeramik- und Induktionsfeldern sind weiche Tücher und geeignete Reinigungsmittel die bessere Wahl. Scheuernde Mittel können empfindliche Oberflächen beschädigen.
Besonders gründlich sollte nach der Verarbeitung von rohem Fleisch, Geflügel, Fisch oder Eiern gereinigt werden. Arbeitsflächen und Geräte, die damit in Berührung gekommen sind, sollten mit möglichst heißem Wasser und Spülmittel gesäubert werden.
Spülmaschine nicht vergessen
Ausgerechnet das Gerät, das unser Geschirr reinigt, wird bei der Küchenpflege gerne übersehen. Speisereste können sich im Sieb, an Dichtungen und an schwer erreichbaren Stellen sammeln.
Deshalb Sieb regelmäßig herausnehmen und reinigen, Türdichtungen und Ränder abwischen und die Sprüharme kontrollieren. Je nach Gerät sollte außerdem regelmäßig ein heißes Reinigungsprogramm durchgeführt werden. Auch hier gelten die Empfehlungen des Herstellers.
Kaffeemaschine und Wasserkocher
Feuchtigkeit und Wärme machen auch Kaffeemaschinen zu Geräten, die regelmäßig gepflegt werden sollten. Abnehmbare Teile wie Auffangschalen, Tresterbehälter oder Milchsysteme müssen besonders sorgfältig gereinigt werden. Milchreste sollten niemals über längere Zeit im Gerät verbleiben. Wasserbehälter regelmäßig ausspülen und das Gerät entsprechend den Herstellerangaben entkalken. Auch Wasserkocher benötigen je nach Wasserhärte eine regelmäßige Entkalkung.
Achtung vor Spüllappen und Schwämmen
Eine der größten Hygienefallen liegt häufig direkt neben der Spüle. In feuchten Lappen und Schwämmen können sich Mikroorganismen besonders gut vermehren. Reinigungstücher sollten deshalb nach Gebrauch gut trocknen und regelmäßig gewechselt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Küchentücher möglichst oft, mindestens jedoch einmal pro Woche, zu wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Schwämme sollten regelmäßig ersetzt werden. Praktischer können Spülbürsten aus Kunststoff sein, da viele davon in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden können.
Trocken ist besser als feucht
Nach der Reinigung sollten Arbeitsflächen und Geräte möglichst gut trocknen. Denn Feuchtigkeit bietet vielen Mikroorganismen günstige Bedingungen zur Vermehrung. Auch Lappen und Geschirrtücher gehören deshalb nicht feucht zusammengeknüllt neben die Spüle, sondern sollten so aufgehängt werden, dass sie vollständig trocknen können.
Hygiene beginnt bei den kleinen Dingen
Eine hygienisch saubere Küche braucht keine aggressive Chemie und auch keinen täglichen Großputz. Entscheidend sind Regelmäßigkeit und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln. Wer Verschmutzungen sofort beseitigt, rohe und verzehrfertige Lebensmittel voneinander trennt, Kühlschrank und Geräte sauber hält und Lappen regelmäßig wechselt, kann das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern deutlich reduzieren. Denn eine saubere Küche sieht nicht nur besser aus – sie ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensmittelsicherheit.








