Im Oktober hängen wieder pinke BHs über den Gassen der Koblenzer Altstadt. Sie bringen Farbe in die Stadt – und ein Thema zur Sprache, das im Alltag leicht verdrängt wird. Der Brustkrebsmonat erinnert daran, wie wichtig Früherkennung ist: für die eigene Gesundheit und für die Menschen, die einem nahestehen.

Zwischen Arbeit, Familie und all den Dingen, die noch erledigt werden müssen, rutscht ein Termin bei der Frauenärztin schnell nach hinten. „Das mache ich demnächst“, denkt man. Der Pinktober ist ein guter Anlass, genau dieses „demnächst“ konkret werden zu lassen. Denn Brustkrebs verursacht zu Beginn oft keine Beschwerden. Wer sich gesund fühlt, kann trotzdem von einer Untersuchung profitieren. In Deutschland gehört ab 30 Jahren eine jährliche Untersuchung der Brust zur gesetzlichen Früherkennung. Frauen zwischen 50 und 75 Jahren wird zusätzlich alle zwei Jahre eine Mammografie im Screeningprogramm angeboten. Früherkennung kann eine Erkrankung nicht verhindern. Sie kann aber dazu beitragen, Brustkrebs zu entdecken, bevor er Beschwerden auslöst. Wer selbst einen Knoten oder eine andere auffällige Veränderung bemerkt, sollte nicht bis zum nächsten regulären Termin warten, sondern dies unbedingt ärztlich abklären lassen.

Forschung macht Hoffnung

Eine Diagnose trifft selten nur einen Menschen. Sie verändert Gespräche am Küchentisch, Pläne für die kommenden Wochen und oft auch den Blick auf den eigenen Körper. Gleichzeitig gibt es heute unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, die sich stärker an den Eigenschaften eines Tumors orientieren. Eine Studie zu einer bestimmten Form von HER2-positivem Brustkrebs zeigte beispielsweise bessere Ergebnisse mit einem neueren Antikörper-Wirkstoff-Medikament als mit der untersuchten Vergleichstherapie. Solche Fortschritte machen Hoffnung. Welche Behandlung für eine betroffene Person sinnvoll ist, bespricht sie mit ihrem Behandlungsteam.

Hilfe finden – auch für Angehörige

Wer nach einem Befund Fragen hat, muss die Antworten nicht allein suchen. Die Ärztinnen und Ärzte des Krebsinformationsdienstes beraten kostenlos unter 0800 420 30 40, täglich von 8 bis 20 Uhr. Für Betroffene und Angehörige aus Koblenz, Mayen, Lahnstein, Bad Ems und Umgebung ist auch das Beratungszentrum der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz in der Löhrstraße 119 in Koblenz eine Anlaufstelle – gerade dann, wenn neben medizinischen Fragen Sorgen um Familie, Beruf oder den Alltag hinzukommen.

Koblenz setzt ein pinkes Zeichen

Dass Unterstützung auch Gemeinschaft bedeuten kann, zeigt der Pinktober in Koblenz. Am 2. Oktober 2026 um 16 Uhr beginnt an der Marktstraße 12 ein Stadtspaziergang entlang der pinken BH-Leinen. Am 16. Oktober um 14 Uhr ist eine Informationsveranstaltung geplant. Einen Tag später, am 17. Oktober um 14 und 17 Uhr, stehen Frauen auf dem Laufsteg, die selbst an Brustkrebs erkrankt waren. Für die Informationsveranstaltung und die Modenschau wird um Anmeldung unter 0171 5528651 gebeten.

Die pinken Aktionen verschwinden nach dem Oktober wieder aus dem Stadtbild. Ihr wichtigster Gedanke sollte jedoch bleiben: Sich Zeit für die eigene Gesundheit zu nehmen, ist kein Termin, den man immer weiter verschieben muss. Manchmal beginnt dieser Schritt damit, heute zum Telefon zu greifen und die nächste Früherkennungsuntersuchung zu vereinbaren.

Jeder achte BH ist schwarz

Im Oktober werden gespendete BHs die Gassen der Koblenzer Altstadt schmücken. Laura Löber – Feinste Wäsche & Dessous nimmt die Spenden im Geschäft entgegen: Pinke und rote Modelle werden direkt aufgehängt, helle BHs können zuvor eingefärbt werden. Zwischen all den pinken BHs wird jeder achte schwarz sein. Dahinter steht eine ernste Zahl: Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Mitten in der Stadt wird daraus ein sichtbares Zeichen, das zum Hinschauen und zum Gespräch über Früherkennung einlädt.