Moderation Dieter Aurass

In der vierzehnten Folge unseres Podcast NEXT AutorInnen Plausch haben wir uns mit einer Autorin unterhalten, der das passiert ist, wovon viele träumen: ein Bestseller, der sich über ein halbes Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste unter den ersten 20 hielt: Tessa Randau. Wir erfahren etwas über ein „Manko“, zu dem sie heute gottseidank offen steht und anderen damit Mut macht, trotz Lese-Recht- schreibschwäche durchaus auch einen schreibenden Beruf ergreifen zu können – zunächst als Redakteurin, heute als erfolgreiche Sachbuch-Autorin. Im September erscheint ihr zweites Buch. Das ausführliche Gespräch gibt es dann auf den Portalen wie u.a. anchor und spotify oder über unsere sozialen Kanäle anzuhören.

NEXT AutorInnen Plausch • A podcast on Anchor

Du hast Deinen Beruf als Zeitschriften-Redakteurin gekündigt und dich als Stress- und Burnoutberaterin selbständig gemacht. Was hat letztendlich dazu geführt, dass du dem Thema Stressbewältigung ein Buch gewidmet hast? Und erklär uns doch bitte: was ist ein erzählendes Sachbuch?
Ein erzählendes Sachbuch ist ein Ratgeber in Form einer fiktive Geschichte. Kein Buch in dem steht: „So könnt ihr etwas gegen Stress tun: Tipp 1,2,3…“. In meinem ersten Buch, es heißt „Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich“, geht es um eine Frau Mitte 30, die alles im Leben hat, was man sich wünschen kann: Einen tollen Beruf (alternativ: Job), kleine Kinder, einen netten Mann, ein schönes Haus. Sie fühlt sich aber trotzdem nicht glücklich und weiß gar nicht genau, was eigentlich los ist. Und dann flieht sie eines Tages aus ihrem Alltag in einen Wald. Sie findet sich auf einer kleinen Lichtung, dem Ort ihrer Kindheit, wieder. Da begegnet ihr eine alte Dame, die vier Fragen kennt, die das Leben nachhaltig verbessern können. Mit dieser kommt sie ins Gespräch und die alte Dame und die vier Fragen werden der Frau wirklich helfen, etwas zu verändern. Diese Geschichte ist ein erzählendes Sachbuch. Im Kern geht es da gar nicht um diese Frau. Sie ist nicht, wie in einem Roman, eine ausgearbeitete Figur, die wir hautnah kennenlernen, sondern quasi ein „Transportmittel“.

Ich benutze diese Frau zwar auch, damit sich die LeserInnen mit ihr identifizieren, vielmehr aber sollen sie in ihre Gedankenwelt eintauchen. Im Kern meiner Bücher stehen vor allem die Dialoge, die Handlung ist weniger wichtig. Beim Lesen soll man das Gefühl haben, als würde man sich gerade mit einem guten Freund oder einer guten Freundin unterhalten und im Gespräch Aha-Momente haben. Die Erzählform soll die Leserinnen und Leser zum Denken anregen. Das ist die Idee hinter meinen erzählenden Sachbüchern. 

Hast du Feedback bekommen von Leuten, dass ihnen das geholfen hat?
Ja, ich hatte das große Glück und schätze heutzutage auch sehr die sozialen Medien. Ich bin bei Facebook und Instagram, wobei mein Herzen noch mehr für Instagram schlägt. Am Anfang habe ich etwa zehn Nachrichten am Tag bekommen. So viele Menschen, die sagten: „Mensch, das hat mich zum Denken angeregt.“ „Ich habe das jetzt schon mehrfach gelesen.“ „Ich habe Post-its reingemacht.“ „Die Fragen sind in meinen Alltag übergegangen.“ Es gibt sogar wenige, die auch große Schritte einleiten wollten, die gesagt haben: „Ich habe durch dein Buch gemerkt, der Job ist nicht mehr der richtige. Ich werde da jetzt etwas verändern.“ Aber tatsächlich ist das Buch so gedacht, dass man schon mit kleinen Schritten seinen Alltag verändern kann – ohne am großen Ganzen zu rütteln. (…)

Dein Buch ist am 22. Mai 2020 erschienen und war bereits eine Woche später auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Wie hat sich das angefühlt?
Es war total verrückt. Das kann man nicht erwarten. Das kann man nicht hoffen. Früher war ich ehr der pessimistische Typ. Da hätte ich wahrscheinlich gar nicht den Mut gehabt, das Buch zu schreiben, hätte mir gedacht, das will eh keiner haben, das kannst du auch gar nicht. Aber im Laufe der Zeit hat sich viel in mir gewandelt. Ich folge heute viel mehr meinem Bauchgefühl. (…) Als ich dann mit dem Buch angefangen habe, floss es nur so raus. Da war etwas da, das geschrieben werden wollte. Und ich war vom ersten Moment an von meiner Geschichte überzeugt. (…) Aber der Erfolg war dann trotzdem eine Riesen-Überraschung…

Dein erstes Buch ging ja um die Bewältigung von Stress und drohendem Burn-Out, dein zweites Buch erscheint am 17. September unter dem Titel „Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich“. Darin geht es um Beziehungen im Großen und Ganzen. Darfst du schon sagen um was es in deinem dritten Buch geht?

Leider nein, denn das Dritte hat noch nicht mal meine Lektorin gelesen. Sie weiß zwar, worum es geht, und sagt, dass sie sich darauf freut, aber es kennt sonst wirklich noch niemand. Deswegen möchte ich noch nichts verraten. Was ich jedoch sagen kann, ist, dass es sich als Reihe entwickelt hat. Es wird also der dritte Band der Reihe, ohne dass die Bücher inhaltlich zusammen gehören. Die Reihe bedeutet, dass es wieder um Dialoge geht, die zum Denken anregen sollen. Dass es wieder eine Begegnung geben, deswegen nenne ich sie auch „die Begegnungsreihe“. Und dass auch die Natur wieder eine wichtige Rolle spielen wird… (…)

Mehr aus dem Gespräch zwischen Dieter Aurass und Tessa Randau findet ihr online auf Anchor, Spotify etc oder auf unseren sozialen Kanälen

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