„Wir wollen die Attraktivität unserer Arbeitsplätze über Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszeitmodelle, familienfreundliche Arbeitsplätze sicherstellen. …“

Seit Dezember hat Koblenz eine neue Bürgermeisterin. Wir haben Frau Ulrike Mohrs getroffen und uns mit ihr unter anderem über ihre ersten Tage im neuen Amt, ihr umfassendes Aufgabenfeld und den aktuellen Fachkräftemangel gesprochen.

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Frau Mohrs, Sie sind jetzt 100 Tage im Amt.  Wie war denn die erste Zeit für Sie?

Ja, die ersten 100 Tage waren sehr spannend für mich. Es war mir – das kann ich wirklich sagen – keine Minute langweilig, weil doch ganz viel Neues gekommen ist. Ich habe faszinierende Menschen kennengelernt, bin in tollen Netzwerken, und von daher macht die Arbeit wirklich riesig viel Spaß. Ich habe die Entscheidung in keinster Weise bereut und bin überzeugt, es war die richtige Entscheidung jetzt nach 33 Jahren bei der Bundesagentur für Arbeit zur Stadt Koblenz als Bürgermeisterin zu wechseln.  Was natürlich sehr schwer war, das war der Tod von Marie-Theres Hammes-Rosenstein, der mich persönlich sehr betroffen gemacht hat, der hat mich wirklich getroffen, weil ich auch nach ihrer Versetzung in den Ruhestand immer Kontakt zu ihr hatte und wir eigentlich vorhatten diesen Kontakt noch lange halten zu können.

Sie haben ja ein riesiges Aufgabenfeld. Erzählen Sie unseren Lesern doch einmal was alles in Ihren Bereich gehört…

Ja, ich habe wirklich ein buntes Aufgabenfeld, von Jugend über Soziales, über Senioren, bis hin zum Ordnungsamt, das Standesamt, das Sport- und Bäderamt, die Feuerwehr und den Eigenbetrieb Entsorgung, der ja sowohl für die Müllabfuhr, wie auch für die ganze Straßenreinigung und -beleuchtung verantwortlich ist.

Angesprochen haben Sie es eben schon: Der Fachkräftemangel ist ein großes Thema. Auch im Kita-Bereich, aber nicht nur. Wenn man da die Pyramide der Statistik betrachtet, das Alter der Mitarbeiter geht immer mehr hoch in die Spitze. 1/3 davon geht in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Wie will man das auffangen? Schon jetzt sind ja viele Stellen zu besetzen…

Ja, das ist richtig. Wir haben zum einen unsere Ausbildungsleistung deutlich gesteigert. Wir haben in den letzten Jahren sukzessive mehr Auszubildende eingestellt und sind natürlich bei den Vorbereitungen im gehobenen Dienst entsprechende Einstellungen vorzunehmen. Ganz wichtig ist natürlich, wenn die Menschen dann mal bei uns sind, sie auch zu halten. Denn wir haben hier in Koblenz auch eine große Konkurrenz von anderen Arbeitgebern, Behörden und Bundesbehörden. Wir wollen die Attraktivität unserer Arbeitsplätze über Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszeitmodelle, familienfreundliche Arbeitsplätze sicherstellen.

Der Bäderbereich – Sie haben es auch gesagt – fällt auch in Ihren Bereich. Können Sie uns verraten, wann die Koblenzer wieder schwimmen können im eigenen Schwimmbad?

Ja, das Sport- und Bäderamt gehört zu mir. Aber wie Sie wissen, ist für das Hallenbad eine Bädergesellschaft gegründet worden, die ist zwar jetzt nicht bei mir, aber ich kann Ihnen trotzdem sagen, dass wir im Herbst mit dem Neubau des Schwimmbades sowie des Saunabereiches beginnen wollen – und das ganze soll dann spätestens bis Ende 2020, Anfang 2021 abgeschlossen sein. Sodass noch in 2021 auch die ersten Badegäste schwimmen gehen können.

Sie haben einige der vielen Aufgabenbereiche angesprochen. Wie schaffen Sie es in Ihrer knappen Freizeit mal abzuschalten und zu entspannen?

Ja, ich hab´ ja schon öfter erwähnt, ich lebe in einer Großfamilie – und das hilft natürlich wahnsinnig. Zum einen gibt es eine wirklich gute Verwurzelung, zum anderen habe ich dort immer die Möglichkeit für gute Gespräche.  Wir gehen sehr gerne wandern und ich lese auch sehr gerne. Von daher, also ich kann wirklich wenn ich zuhause bin in einem sehr schönen und geschützten Rahmen abschalten und das tut einfach gut, wenn man Menschen um sich hat, von denen man sich getragen weiß.

Vielen Dank, Frau Ulrike Mohrs, vielen Dank Dirk Crecelius, der das Interview in unserem Auftrag führte.