„Wenn ich das Publikum jetzt sehen kann, werde ich keinen Schock bekommen, wenn ich nachher auf die Bühne komme, um zu singen.“

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Wir haben den irischen Musiker, Songwriter und Musikproduzent Johnny Logan im Rahmen der Fly & Help Spendengala in Bonn getroffen und uns mit ihm über seine Erfolge, die beiden Siege beim Eurovision Songcontest (die einmalig sind) und über die Organisation von Reiner Meutsch und wie wichtig es ist anderen Menschen zu helfen – gerade jetzt.

Das komplette Video-Interview könnt ihr euch auch digital in unserem e-Paper, online auf www.magazin-next.de/category/videos-serien oder auf unseren sozialen Kanälen anschauen.

Erinnerst du dich an das erste Mal als du beim Eurovision Song Contest dabei gewesen bist (und gewonnen hast)?

Das ist 42 Jahre her. Ehrlich gesagt ist es immer noch in meinem Kopf und in meinem Herzen. Ich erinnere mich an alles davon. Ich erinnere mich 1980 etwas getan zu haben, das kein anderer Künstler getan hat. Ich bin nie woanders als in Irland gewesen bis ich 24 Jahre alt war. Und während jeder sein Styling bekam, habe ich auf der Bühne gesessen und zugeschaut wie das Publikum eintrat. Weil etwas in mir sagte: Wenn ich das Publikum jetzt sehen kann, werde ich keinen Schock bekommen, wenn ich nachher auf die Bühne komme, um zu singen. Deshalb konnte ich den Fokus auch ganz auf meine Performance legen. Das Lampenfieber kann einem leicht den Atem rauben. Das war wirklich eine sehr intelligente Sache für einen 24-Jährigen.

Hast du je geglaubt, du könntest es ein zweites Mal machen?

Nein, ich habe nicht ans Gewinnen gedacht. Das war eher Zufall. Der Song ist ursprünglich sechs Minuten lang. Ich musste ihn auf 3 Minuten kürzen. Wenn es in das Finale des Nationalen Vision Songcontest ging, haben sie 6 Finalsongs bekannt gegeben – und meiner war nicht dabei. Doch dann rief mich der Showdirektor an, dass es der erste ausgewählte Song war, aber die Jury wollte es mich singen hören. Es waren also tatsächlich der Direktor und die Jury, die mich gefragt haben, ob ich ihn singe würde. Ich habe mich nicht in den Vordergrund gestellt. Ich hätte es auch jemand anderem gegönnt es zu singen. Aber als ich mich entschieden habe es zu singen, war das nicht wie bei einem Rennfahrer oder Boxer, nach dem Motto: „Ich möchte gewinnen!“ Denn du wirst nicht verlieren. Du denkst an niemand anderen. Du konzentrierst dich auf deine eigene Performance und was du machen kannst. Der Rest liegt in Gottes Händen und in derer, die sich die Show zuhause ansehen. Wenn du zum Eurovision Song Contest gehst, hast du so viele Personen, die sagen wer als Favorit gilt oder welcher Song keine Chance hat, dass du gewinnen oder in den Top 3 sein wirst oder was auch immer. Ich habe alle ignoriert und mich nur auf mich konzentriert. So habe ich die beste Performance abgeliefert, die ich konnte – und ich habe gewonnen. 

Du bist hier bei der Spendengala von Fly and Help. Was denkst du über Reiner Meutsch und seine Institution?

Es ist wundervoll, das zu sehen. Nach zwei Jahren der Covid-Pandemie und in der aktuellen wirtschaftlichen Situation in der ganzen Welt müssen wir uns immer noch auf Charities konzentrieren. Auf Menschen, die Hilfe brauchen. Es wird nicht aufhören, dass es Menschen gibt, die Menschen brauchen, die ihnen helfen. Es sind womöglich noch mehr geworden als vorher. Gottseidank gibt es Organisationen wie „Fly & Help“. Diese Menschen geben so viel von sich selbst, damit es anderen Menschen besser geht. Ich hoffe, dass in ihrem nächsten Leben auch jemand da ist, der ihnen dafür auf die Schulter klopft und ihnen einen ganz besonderen Platz zuweist.

Deine Stimme ist grandios. Besser sogar noch als sie es früher war…

Vor 18 19 Jahren hatte ich Polypen auf den Stimmbändern und habe diese entfernt bekommen. Ich musste ganz neu sprechen lernen. Ab diesem Moment habe ich meine Stimme erst wirklich zu schätzen gewusst. Wann auch immer ich singen wollte, konnte ich singen. Das erneute Singenlernen, hat mich zu einem besseren Sänger gemacht. Jetzt kann ich zwischen Kopf- und Bruststimme wechseln. Ich hatte auch eine Menge Erfolg als Produzent und als Autor. Es scheint jetzt in meinem letzten Lebensabschnitt alles ineinander zu fügen. Ich denke, dass ich in einer sehr guten Position bin mit dem Songwriting und meiner Performance – wahrscheinlich auf dem Höhenpunkt meines musikalischen Erfolges und ich bin dankbar für dein Kompliment, aber auch in dieser Situation zu sein!

Vielen Dank, Johnny Logan und vielen Dank Johannes Fischer, der das Interview in unserem Auftrag führte.

Neugierig geworden? Das komplette Video-Interview könnt ihr euch hier anschauen