Liebe Leserinnen und Leser,

seit über 160 Jahren ist der Katholische Leseverein e. V. Koblenz als bürgerschaftliche Gemeinschaft in unserer Stadt verwurzelt. Gegründet im Jahr 1863, haben Generationen vor uns Verantwortung übernommen – für Bildung, Austausch und gelebtes Miteinander. Mit eigenen Mitteln errichteten unsere Vorfahren das Görreshaus in der Eltzerhofstraße, ein Ort geistiger Auseinandersetzung und kultureller Begegnung, der bis heute für dieses Selbstverständnis steht.

Sichtbare Zeichen dieses Engagements prägen das Stadtbild: das Glockenspiel und die Uhr an der Citykirche ebenso wie die Cusanus-Stele vor St. Florin. Sie sind Geschenke an Koblenz – Ausdruck unserer Verbundenheit mit Stadt, Geschichte und Kirche.

Das vergangene Jahr hat uns erneut vor Augen geführt, wie lebendig diese Tradition ist. Den 250. Geburtstag Joseph Görres’ durften wir im Januar in festlichem Rahmen begehen. Zum zweiten Mal konnten wir den Preis des „Goldenen Deutschen Eck“ verleihen – diesmal an Peter Maffay, genauer an die von ihm gegründete Tabaluga Stiftung. Auch unsere Karnevalssitzung am 11. Februar in der Rhein-Mosel-Halle bleibt ein fester, weit über den Verein hinaus bekannter Bestandteil des Koblenzer Lebens.

Neben diesen Höhepunkten sind es die stilleren Momente, die unser Jahresprogramm tragen: die Besinnungen in der Fasten- und Adventszeit, Reisen zur gemeinsamen Horizonterweiterung und – neu seit 2025 – unregelmäßige Treffen zum offenen Gespräch. Gerade in einer Zeit, in der echte Gesprächskultur schwindet und Einsamkeit alle Generationen betrifft, halten wir den persönlichen Austausch für unverzichtbar. Wo miteinander gesprochen wird, entsteht Verständnis – und nicht selten auch Freundschaft.

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir für das junge Jahr Zuversicht, erfüllte Ziele und vor allem friedlichere Zeiten. Möge diese Zeitschrift dazu beitragen, Gedanken zu teilen und Gespräche anzustoßen.

Ihr

Heinz-Peter Mertens

Vorsitzender des Katholischen Leseverein Koblenz e.V.