Im voll besetzten historischen Rathaussaal feierte das Koblenzer Bündnis für Familie mit seiner Koordinatorin Minka Bäumges sein 20-jähriges Bestehen. Zahlreiche Wegbegleiter sowie Gäste aus Stadtgesellschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung, sozialen Einrichtungen, Vereinen und Initiativen blickten auf zwei Jahrzehnte gemeinsames Engagement zurück. Das Jubiläum zeigte, wie vielfältig sich das Netzwerk entwickelt hat und wie Koblenz als familienfreundliche Stadt gewachsen ist.
Von der Idee zum starken Netzwerk
Im September 2006 schloss sich das Koblenzer Bündnis der Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“ an. Das Ziel: Familie und Beruf besser vereinbar machen und Familienfreundlichkeit als gemeinsame Aufgabe gestalten. Heute engagieren sich mehr als 120 Partnerinnen und Partner. Sie bringen Zeit, Wissen, Räume und Kontakte ein, um gemeinsam Lösungen für Familien zu entwickeln.
Oberbürgermeister David Langner würdigte das langjährige Engagement und betonte, dass Familienfreundlichkeit von der Gesellschaft und den verantwortlichen Stellen gelebt werden müsse. Das Bündnis mache Koblenz Tag für Tag lebenswerter.
Auch aus Bund und Land kamen Glückwünsche. Bundesministerin Karin Prien hob Tatkraft, Ideenreichtum und Verlässlichkeit der Beteiligten sowie den besonderen Stellenwert der Bildung hervor. Landesministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bezeichnete das Netzwerk als Beispiel für die Bedeutung starker lokaler Bündnisse. Bürgermeisterin Dr. Dagmar Kranz, Dezernentin für Jugend und Soziales sowie Kuratorin des Bündnisses, wünschte weiterhin Kraft, gute Ideen, engagierte Mitstreiter und Freude am gemeinsamen Wirken.
Sechs Arbeitsgruppen – ein gemeinsames Ziel
Die Vielfalt des Engagements spiegelte sich in der Vorstellung der sechs Arbeitsgruppen wider. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: die Lebensbedingungen von Familien in Koblenz weiter zu verbessern.
„PR und Event“ macht die Bündnisarbeit sichtbar und organisiert familienfreundliche Veranstaltungen, Aktionstage und weitere Angebote.
„Betreuung und Arbeit“ unterstützt berufstätige Eltern. Seit 2007 bietet die Herbstferienfreizeit Kindern von Mitarbeitenden der Bündnispartner eine verlässliche Betreuung.
„Familienbewusste Personalpolitik“ bringt private und öffentliche Arbeitgeber ins Gespräch. Themen sind flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten, Elternzeit, Pflege und Wiedereinstieg. Familienfreundlichkeit wird dabei auch als wichtiger Faktor für Arbeitswelt und Wirtschaftsstandort verstanden.
„Generationen aktiv“ ermöglicht Begegnungen zwischen Jung und Alt. Das Generationenfest fördert beispielsweise den Austausch zwischen Menschen unterschiedlichen Alters.
„Schängel in Sicherheit“ setzt sich für Kinderschutz ein. Ein Aufkleber mit roter Baseballkappe kennzeichnet Geschäfte, Büros, Apotheken und Restaurants, in denen Kinder Hilfe erhalten können.
„Lesen – Sprechen – Zuhören“ eröffnet Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft den Zugang zu Büchern und Sprache. Ein Höhepunkt ist das „FamOSe Lesefest!“, das Familien und Bündnispartner zum Vorlesen und Erzählen zusammenbringt.
Ein Dach, viele Schultern
Das Bündnis lebt von Zusammenarbeit. Sein Kuratorium bildet das symbolische Dach. In der Steuerungsgruppe beraten die Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitsgruppen über wichtige Entwicklungen. Die Geschäfts- und Koordinierungsstelle bei der Stadt Koblenz begleitet das Netzwerk organisatorisch. Diese seit 2006 bewährte Struktur ermöglicht es unterschiedlichen Akteuren, ihre Kompetenzen und Perspektiven einzubringen.
Rückblick und Blick nach vorn
Moderatorin Jennifer de Luca führte durch das Jubiläumsprogramm, das die Geschwister Safa und Lukas Hazzan musikalisch begleiteten. Nach den Grußworten und der Vorstellung der Arbeitsgruppen nutzten die Gäste Kaffee und Kuchen zum Austausch – ganz im Sinne des Netzwerkgedankens.
Zugleich richtete das Jubiläum den Blick auf kommende Aufgaben. Neue Familien- und Lebensmodelle, veränderte Arbeitswelten und der demografische Wandel bringen neue Anforderungen mit sich. Dabei bleiben die Bedürfnisse von Kindern, Eltern, pflegenden Angehörigen und älteren Menschen maßgeblich.
Der Dank galt allen Menschen und Organisationen, die das Bündnis mit Ideen, Zeit und Verlässlichkeit tragen. Sie haben aus einer Initiative ein dauerhaftes Netzwerk gemacht. Zwei Jahrzehnte Bündnisarbeit stehen für gemeinsames Anpacken – und auch die nächsten Kapitel werden gemeinsam geschrieben.
Bildunterzeile:
Konnten auf 20 Jahre Koblenzer Bündnis für Familie zurückblicken (von links): Daniela Schüller (Sprecherin im Koblenzer Bündnis für Familie), Jennifer De Luca (Sprecherin im Koblenzer Bündnis für Familie), Sabine Bätzing-Lichtenthäler (Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz) David Langner (Oberbürgermeister der Stadt Koblenz) Susanne Krix (Sprecherin im Koblenzer Bündnis für Familie), Nicole Adams (Sprecherin im Koblenzer Bündnis für Familie), Minka Bäumges (Bündniskoordinatorin des Koblenzer Bündnisses für Familie), Ulf Störmer (Sprecher im Koblenzer Bündnis für Familie), Dr. Dagmar Kranz (Bürgermeisterin der Stadt Koblenz), Peer Pabst (Jugendamtsleiter der Stadt Koblenz). Foto: Susan Krause/Stadt Koblenz








