Mit gerade einmal 18 Jahren hat Jungschauspieler Julius Weckauf bereits eine beeindruckende Karriere hingelegt. Seine Darstellung des jungen Hape Kerkeling in der Kinoverfilmung Der Junge muss an die frische Luft machte ihn schlagartig zu einem bekannten Gesicht im deutschen Film. Seitdem hat er in einer Vielzahl großer Produktionen brilliert – von Familienabenteuern bis hin zu Kinofilmen wie Catweazle oder den beliebten Die drei ??? -Filmen. Doch Julius Weckauf ist mehr als nur ein Gesicht auf der Leinwand.
Mit seiner natürlichen Authentizität, seinem lockeren „Hallöchen“ zur Begrüßung und einer ansteckenden Lebensfreude hat er sich nicht nur in die Herzen der Zuschauer gespielt, sondern auch in die der Menschen abseits von Filmsets. Schauspielern kam für ihn eher durch Zufall – doch schnell wurde klar, dass er sein Ding macht und dabei völlig er selbst bleibt.
Der Junge muss an die frische Luft
Julius Maximilian Weckauf, geboren am 27. Dezember 2007 im nordrhein-westfälischen Jüchen, gilt heute als einer der erfolgreichsten jungen Schauspieler Deutschlands. Sein Durchbruch gelang ihm mit gerade einmal zehn Jahren, als er im biografischen Kinofilm „Der Junge muss an die frische Luft“ die Hauptrolle des jungen Hape Kerkeling verkörperte. Die Rolle machte ihn über Nacht einem breiten Publikum bekannt – und brachte ihm zahlreiche Auszeichnungen ein, die sonst oft deutlich ältere Schauspieler erhalten: darunter den österreichischen Filmpreis Romy als bester Nachwuchsdarsteller, einen Sonderpreis der Jury bei den, den Golden Space Needle Award beim Seattle International Film Festival, den Kinder‑Medienpreis „Der weiße Elefant“ und den MDR‑Publikumspreis Goldene Henne als Aufsteiger des Jahres. Schon in seinem ersten Film zeigte sich seine besondere Stärke: eine natürliche Präsenz vor der Kamera und die Fähigkeit, zwischen Humor und emotionaler Tiefe zu wechseln.
Vom Nachwuchstalent zum gefragten Filmschauspieler
Nach diesem Debüt setzte Julius seinen Weg in der Filmbranche konsequent fort. 2020 war er im Ensemble der Musik-Biografie Lindenberg! Mach dein Ding! zu sehen und trat in der Familienkomödie Enkel für Anfänger auf. 2021 folgte eine Hauptrolle in Catweazle an der Seite von Otto Waalkes, wo er erneut sein Gespür für humorvolle Rollen unter Beweis stellte. Doch Weckauf überzeugt nicht nur in komischen Stoffen: Im Drama Der Pfad verkörpert er sensibel einen Jungen auf der Flucht während des Zweiten Weltkriegs. Neben seinen Filmrollen arbeitet Julius auch als Synchronsprecher. So lieh er Figuren in Animationsproduktionen wie Wickie und die starken Männer – Das magische Schwert oder Mission Santa – Ein Elf rettet Weihnachten seine Stimme. In der deutschsprachigen Version des Animationsfilms Raus aus dem Teich spricht er die Figur Dax – gemeinsam mit prominenten Kollegen wie Elyas M’Barek und Nazan Eckes. Ein weiterer Meilenstein seiner Karriere ist seine Rolle als Justus Jonas in der Kino-Reihe Die drei ???. Mit dieser Kultserie begeistert er seit 2023 ein generationenübergreifendes Publikum.
Trotz seiner Erfolge sieht sich Julius selbst nicht als klassisch ausgebildeten Schauspieler. „Ich beherrsche keine Technik, hab das nicht gelernt. Ich spiele einfach nach Gefühl“, sagt er im Gespräch mit uns. Genau diese Natürlichkeit macht seinen besonderen Reiz aus.
Ein Karrierebeginn durch Zufall
Dabei begann seine Karriere ganz unscheinbar. Im Schreibwarenladen seiner Eltern in Jüchen erzählten Kunden eines Tages, dass für die Verfilmung von Der Junge muss an die frische Luft ein Junge aus der Region gesucht werde. Julius selbst hatte damals noch gar nicht daran gedacht, Schauspieler zu werden. Seine Eltern überzeugten ihn schließlich, es einfach zu versuchen – mit einem selbstgedrehten Bewerbungsvideo. Was als spontane Idee begann, wurde zum Start einer außergewöhnlichen Karriere: Aus über 5.000 Bewerbern wählte Regisseurin Caroline Link schließlich Julius für die Hauptrolle aus.
Mit dem Weihnachts‑Kinostart 2018 gelang Julius ein fulminanter Einstieg in die Filmwelt. Die einfühlsame Darstellung wurde von Publikum und Kritik gefeiert und brachte ihm bereits in jungen Jahren mehrere wichtige Auszeichnungen der Branche ein.
Vom Kinderstar zum Vorbild
Mit seinem 18. Geburtstag Ende Dezember 2025 traf Julius eine wichtige Entscheidung: Er beendete die Schule nach der elften Klasse und verzichtete auf das Abitur, um sich ganz auf seine Schauspielkarriere zu konzentrieren. „Mit diesem Job fährt man vielleicht die akademische Laufbahn gegen die Wand.“ , sagt er mit einem Augenzwinkern – Stress habe er sich deshalb aber nie gemacht.
Trotz seines Erfolgs wirkt er bemerkenswert bodenständig. Familie, Freunde und seine Heimat am Niederrhein spielen weiterhin die wichtigste Rolle in seinem Leben. Obwohl er als Jugendlicher bereits mit großen Namen und Projekten gearbeitet hat, bleibt er offen für neue Herausforderungen und lässt sich Zeit, seinen Platz in der Branche zu finden. Seine Karriere steht früh in der Balance zwischen jugendlichem Enthusiasmus, familiärer Stabilität und der Ambition, als Schauspieler weiter zu wachsen.
Engagement und gesellschaftliche Verantwortung
Im Januar 2026 wurde Julius in Koblenz mit dem Preis „Goldenes Deutsches Eck“ ausgezeichnet. Die Veranstaltung im historischen Görreshaus würdigt Persönlichkeiten, die gesellschaftliches Engagement zeigen. Den Sonderpreis für sein Nachwuchstalent nahm Julius mit einer besonderen Geste entgegen: Das Preisgeld spendete er vollständig an den Verein „Im Herzen Hummel e.V.“, der chronisch kranke Kinder und ihre Familien im Rhein-Kreis-Neuss unterstützt. Der Verein versteht sich als solidarische Gemeinschaft, die dort anpackt, wo Hilfe gebraucht wird, und soziale Projekte unterstützt, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen Mut machen und Perspektiven eröffnen. Ziel ist es, eine Community zu schaffen, in der betroffene Kinder, Jugendliche sowie deren Familien und Freunde zusammenkommen können – etwa in Gesprächsrunden in privater und geschützter Atmosphäre, bei freien Treffen, Vorträgen, Kursen für Eltern und Kinder, oder erlebnispädagogischen Programmen für Vereinsmitglieder. Die „Hummeln“ als Symbol des Vereins stehen dabei für Gemeinschaft, Fürsorge und ein starkes Miteinander.
Weckauf nutzt seine wachsende Bekanntheit bewusst, um auf solche gemeinnützigen Initiativen aufmerksam zu machen und gesellschaftliches Miteinander zu stärken. Sein Engagement für „Im Herzen Hummel e.V.“ ist Teil eines wachsenden sozialen Profils, das über die Leinwand hinaus Wirkung zeigt. Damit demonstriert Julius Weckauf, dass sich Prominente auch jenseits von Bühne und Film aktiv für positive Veränderungen und gesellschaftliche Solidarität einsetzen können.
Bereits zuvor wurde Weckauf mit dem KIND Award Teeniestar ausgezeichnet – eine Ehrung, die nicht nur künstlerische Leistung, sondern auch Persönlichkeit und Vorbildfunktion würdigt.
Ein junger Mann mit echter Wirkung
Trotz wachsender Bekanntheit ist Julius privat bodenständig geblieben. Er lebt weiterhin in seiner Heimat im Hotel Mama und führt ein vergleichsweise normales Leben. So hilft er gelegentlich seinem Opa (sehr erfolgreich) beim Kartoffelverkauf, ist im Schützenverein aktiv und verbringt gerne Zeit mit Freunden. Auch seine Beziehung hält ihn am Boden: Seit einiger Zeit ist er mit seiner Jugendliebe aus dem Dorf zusammen. Während seines Aufenthalts in Koblenz zur Preisverleihung nutzte er die Gelegenheit, die Stadt zu erkunden. Besonders in Erinnerung blieb ihm ein Besuch in der Bar „Boogie Woogie“, wo er den Abend bei Musik und lockerer Atmosphäre genoss. Für ihn sind solche Momente wichtig, um Bodenhaftung zu bewahren, auch wenn Filmsets und Blitzlicht seinen Alltag dominieren.
Heute, frisch 18 Jahre alt, sagt Julius, dass er seinen Rollen gar nicht so unähnlich sei. Er liebt es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, neue Abenteuer zu erleben und Geschichten zu erzählen. Trotz wachsender Bekanntheit ist er privat bodenständig geblieben. Mit welchen großen Stars er schon vor der Kamera stand, war ihm nicht immer in voller Gänze bewusst. Er nimmt das locker: „Ich hatte Glück und bin bisher nur coolen und bodenständigen Leuten begegnet.“, verrät er uns über Hape Kerkeling und Co.
Ein Schauspieler ohne Starallüren
Wer Julius Weckauf begegnet, merkt schnell: Starallüren sind ihm fremd. Er möchte nicht überbetüttelt werden, „holt sich sein Wasser selbst“. Am Set arbeitet er gerne auf Augenhöhe und möchte nicht besonders behandelt werden. „Wenn das irgendwann nicht mehr so ist, muss man gucken, wie man den Teppich unter sich behält“, warnt er.
Spaß am Set gehört für ihn unbedingt dazu. Besonders mit Kollegen wie Otto Waalkes sei es schwer, dauerhaft ernst zu bleiben. Gleichzeitig nimmt er seinen Beruf sehr ernst. Auf der Bühne oder vor der Kamera zählt am Ende nur eines: abzuliefern. Fehler können schnell passieren – und manchmal hat er Respekt davor, dass so etwas einmal schiefgehen könnte.
„Kleine Fehler können schnell die Karriere beenden“, gesteht er – und das möchte er auf keinen Fall. Julius wünscht sich deshalb, dass seine Schauspiellaufbahn noch lange weitergeht und er viele Geschichten erzählen kann, ohne den Mut zu verlieren.
Julius Weckauf ist offen und selbstkritisch, wenn es um sich selbst auf der Leinwand geht – und gibt in unserem Gespräch zu: „Ich seh´ und hör´ mich nicht gerne. Aber du musst einfach machen, wie du bist.“ Erst Jahre später kann er seine Produktionen selbst getrost ansehen.
In den Drei Fragezeichen-Filmen spielt er den klugen, manchmal pedantischen Justus Jonas – passend, da er selbst nicht unbedingt der sportliche Typ ist, wie er selbst gesteht. Die mehrmonatigen Dreharbeiten auf der Insel hatten „ein echtes Klassenfahrt-Feeling“, erzählt er uns im Interview, und die Jungs verstehen sich auch privat prima und sind trotz verstreuter Wohnorte enge Freunde. Erst im Nachhinein realisierte Julius, wie besonders diese Zeit war. „Es war eine unbeschreiblich schöne Zeit.“, reflektiert Julius.
Julius Weckauf ist heute ein Paradebeispiel für eine neue Generation junger Künstler: authentisch, bodenständig und engagiert. Ob auf der Leinwand oder im sozialen Engagement, er zeigt, dass Erfolg und Verantwortungsbewusstsein Hand in Hand gehen können. Sein Weg hat gerade erst begonnen. Doch eines scheint schon jetzt sicher: Von Julius Weckauf wird man noch lange hören.
Geplant sind bereits neue Projekte, unter anderem der vierte Teil der erfolgreichen „Die drei ???“-Reihe.








