Er ist seit über 30 Jahren Vorstand, prägt die Sparkasse Koblenz wie kaum ein anderer – und wurde erst kürzlich mit dem Goldenen Deutschen Eck 2026 für sein herausragendes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Matthias Nester, geboren am 29. Oktober 1961 in Nürnberg als ältester von vier Geschwistern, hat in seinem Leben viel bewegt – und zugleich immer seine Bodenständigkeit bewahrt.

Schon früh lernte der gebürtige Franke, sich Freiräume zu erkämpfen: als Sportler im Mannschaftssport, als leidenschaftlicher Fußballer, als Franke, der seinen Weg finden musste. Nach Abitur und Wehrdienst hätte ihn sein Weg zunächst nach Italien führen sollen, wo er Medizin studieren wollte. Doch seine damalige finanzielle Angst, lenkte ihn schließlich in eine ganz andere Richtung: Ein zufälliges Treffen mit dem Personalchef der Sparkasse auf einem Sommerfest, begleitet von dem Rat: „Du kennst dich dann mit Geld aus, das hilft“, veränderte alles. Das Sparkassengeschäft erfüllte ihn derart, dass er dann doch nie davon abließ.

Seine Karriere als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Koblenz war also von vornerein geprägt von Leidenschaft, Seriosität, Ehrgeiz und einem „Prinzip der minimalen Führung“, das in der Sparkasse Koblenz üblich ist. Nester betont: „Es setzt voraus, dass man dem Menschen grundsätzlich vertraut. Meine Devise war immer, Leitplanken zu setzen, statt jemanden die Spur vorzugeben.“ Dieses Vertrauen kombiniert mit Hartnäckigkeit, Kollegialität und der Fähigkeit, Verantwortung zu tragen, machte ihn zu einer Führungspersönlichkeit, die von Kolleginnen und Kollegen, Kunden und Partnern gleichermaßen geschätzt wird.

Doch Erfolg hat seinen Preis. „Wir verdienen gutes Geld, aber wir bezahlen mit unserer Zeit“, gesteht Nester in unserem Interview. Die Vereinbarkeit von Familie, Freunden und beruflicher Verantwortung sei oft ein Spagat gewesen. Nun freut er sich auf den Ruhestand, um sich Dingen zu widmen, die nicht vorgegeben sind.

Sein gesellschaftliches Engagement ist weitreichend. Unter seiner Leitung wurde die SparkasseKoblenz zu einem Motor der Region: Über 2,5 Millionen Euro Spenden jährlich fließen von hier an regionale Institutionen, Projekte wie die Plattform „Heimatliebe“ werden unterstützt, Unternehmer durch das Netzwerk R56+ sichtbar gemacht. „Das zeigt, dass man Gemeinwohl gemeinsam realisieren kann“, so Nester.

Neben seiner seriösen, kollegialen und ehrgeizigen Art ist Nester auch menschlich, humorvoll und bodenständig – ein echter Karnevalist, geprägt von seiner rheinländischen Frau, der sich in Koblenz in die Tradition der Lieder eingehört hat, um sich einzustimmen. Für ihn ist Koblenz mehr als ein Arbeitsort: „Nicht nur die BUGA kam 2011 nach Koblenz, sondern auch Matthias Nester“, sprach Oberbürgermeister David Langner in seiner Laudatio bei der Preisverleihung des Goldenen Deutschen Eck und würdigte mit der Überreichung des Preises insbesondere Nesters Haltung und Tatkraft für die Stadt und die Region, besonders aber für sein gesellschaftliches Engagement.

Die Auszeichnung mit dem Goldenen Deutschen Eck war für Nester ein besonderer Moment: „Gemeinsam auf einer Bühne stehen zu dürfen mit prominenten Koryphäen wie Peter Maffay, Guido Maria Kretschmer, Bettina Böttinger und Julius Weckauf. Das ist ein Highlight gewesen, das ich nie vergessen werde.“ Er ist den Veranstaltern und Organisatoren darüber sehr dankbar, auch darüber, ein solches Format nach Koblenz gebracht zu haben.

Mit seinem Rückzug aus der Vorstandsvorsitzendenrolle endet im April 2026 ein Kapitel – doch sein Wirken für die Gesellschaft in Koblenz wird weiter spürbar bleiben. Für viele ist Matthias Nester ein Vorbild: seriös und ehrgeizig, menschlich und nahbar, ein Vorstand, der nicht nur Zahlen, sondern Menschen bewegt.

Mehr über die Person Matthias Nester, worauf er besonders stolz ist und wie er zur Abschaffung von Bargeld steht, erfahrt ihr im exklusiven Video-Interview.

Das gibt´s im Übrigen auch als Podcast-Folge https://open.spotify.com/episode/6hbhDwxuE89pkvqh6hLMWM?si=iQnsAI_KR2-mjQovhAw5aw