Hachenburg. Genialer Schachzug: Die Westerwald-Brauerei hat in eine Anlage investiert, die aus dem Abfallprodukt der Gärung, dem CO₂, hochreine, saubere Kohlensäure herstellen kann. Das hat es der mittelständischen Privatbrauerei aus Hachenburg im Westerwald mit rund 120 Mitarbeitenden ermöglicht, neue alkoholfreie Getränke auf den Markt zu bringen – und gleichzeitig ein Vorzeigeprojekt für gelebten Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und regionale Wertschöpfung zu schaffen.
Der sogenannte Kalter Kaffee, die Hachenburger Limmos, sowie Cola und Cola Zero, die ab Frühjahr 2026 erhältlich sein wird, sind absolute Erfolgsprodukte und machen inzwischen rund 20 Prozent des Umsatzes der inhabergeführten Familienbrauerei aus. So wurde die Idee der Nachhaltigkeit zu einem echten Wachstumstreiber. Nun wurden diese Produkte mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.
Mit diesem Engagement zeigt die Westerwald-Brauerei, dass echte Nachhaltigkeit auch in Industrie- und Mittelstandsunternehmen möglich ist. Das bei der Biergärung entstehende Kohlendioxid wird in Hachenburg nicht mehr in die Atmosphäre abgegeben, sondern aufgefangen, gereinigt und als hochwertige Kohlensäure für die eigenen alkoholfreien Getränke weiterverwendet. Das Ergebnis: Rund 500 Tonnen CO₂-Emissionen werden pro Jahr eingespart – ebenso Transportwege und Energieaufwand für den externen Zukauf von Kohlensäure.
„Unsere Brauerei steht für Qualität, Verantwortung und Heimatverbundenheit. Mit der CO₂-Rückgewinnung zeigen wir, dass auch ein mittelständisches Unternehmen Innovationstreiber für eine nachhaltige Zukunft sein kann“, freut sich Brauerei-Chef Jens Geimer über die Auszeichnung. Auch Simone Kerschbaum, Leiterin Marketing, betont: „Das System ist für uns mehr als eine technische Lösung – es ist ein Statement. Wir wollten zeigen, dass Nachhaltigkeit kein Luxus großer Konzerne ist, sondern aus Überzeugung im Mittelstand gelebt werden kann und gleichzeitig Inspiration für unsere alkoholfreien Getränke bietet.“
Die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises würdigte insbesondere den Vorbildcharakter des Projekts: Eine Technologie, die bislang vor allem in Großbrauereien eingesetzt wurde, wurde in Hachenburg erstmals wirtschaftlich und praxisnah für den Mittelstand umgesetzt. Damit setzt die Westerwald-Brauerei neue Maßstäbe in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie – und zeigt, wie sich traditionelles Handwerk, moderne Klimatechnologie und Kreislaufwirtschaft wirkungsvoll verbinden lassen. Neben der ökologischen Wirkung überzeugt das Projekt auch in der Kommunikation: Es macht die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft für Verbraucherinnen und Verbraucher greifbar und zeigt, dass Nachhaltigkeit einfach, wirksam und inspirierend sein kann.
Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis würdigt Produkte und Dienstleistungen in einem mehrstufigen Bewertungsprozess mit mehreren Juryrunden. Eines wurde deutlich: Nachhaltigkeit ist inzwischen in allen Branchen sichtbar, von Start-ups bis zu etablierten Unternehmen. Die Preise wurden in den Kategorien Ressourcen, Natur, Werstschöpfungsketten, Gesellschaft und Klima, in welcher die Westerwald-Brauerei ausgezeichnet wurde, verliehen. In der Kategorie Gesellschaft wurde ebenfalls eine Westerwälder Institution ausgezeichnet – der Pflegebauernhof in Marienrachdorf.
Viele mittelständische Unternehmen bewarben sich und zeigten, dass eine Machen-Mentalität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit erfolgreich zusammengedacht werden können. Dr. Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer von der DIHK übergab den Preis persönlich.
Die Opening Night am 4. Dezember bot Raum für Austausch und Begegnung – und zeigte zugleich: Während das Ausbremsen von Ideen der wahre „Job-Killer“ ist, beweist die Westerwald-Brauerei das Gegenteil: Hier werden Ideen und Innovation aktiv gelebt, umgesetzt und zu Erfolgen gemacht.
Mit dieser Auszeichnung unterstreicht die Westerwald-Brauerei ihre Rolle als Vorreiter einer klimafreundlichen, verantwortungsvollen und innovativen Braukultur. Ein starkes Signal aus dem Westerwald – für eine Branche im Wandel und eine Zukunft, die mit jedem Schluck nachhaltiger, regionaler und vielfältiger wird.
Die Westerwald-Brauerei ist eine inhabergeführte Familienbrauerei und wird in der 5. Generation von Jens Geimer geleitet. Die vielfach ausgezeichneten Biere werden schwerpunktmäßig im geographischen Westerwald sowie den angrenzen Regionen in der gepflegten Gastronomie und im gut geführten Fach- und Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Berühmt ist der Mittelständler mit gut 90 Mitarbeitern sowie 13 Auszubildenden für das Brauen mit 100% Aromahopfen und die 6 Wochen lange Reifezeit. Daher wurde die Westerwald-Brauerei in den Werteverband der Slow-Brewer aufgenommen, welcher sie jährlich streng zertifiziert. Darüber hinaus darf die Familienbrauerei sich zu einer der ersten deutschen Brauereien zählen, die im Rahmen der Gemeinwohl-Ökonomie eine Gemeinwohlbilanz vorlegt und damit den Grundstein für die strategische Ausrichtung des Unternehmens hinsichtlich eines nachhaltigen und ethischen Wirtschaftens legt. Seit Oktober 2021 ist die mittelständische Brauerei außerdem zu 100% klimaneutral durch Kompensation mit einem zertifiziertem Klimaschutzprojekt nach Scope 1, 2 und 3. Die gesamte „Erlebnis-Brauerei“ mit angeschlossenem Bier-Park kann jederzeit besichtigt werden – auch alle Produktionsräume – denn Transparenz ist ein Herzensanliegen.







