Das Start-up 432Hz aus Koblenz steht exemplarisch für die Herausforderungen, vor denen alle Unternehmen aktuell stehen. Der Firmenname ist bewusst gewählt: Er steht für die Stimmtonhöhe von 432 Hertz, bei der beide Gehirnhälften synchron schwingen und symbolisiert die Synergie von Unternehmertum und Nachhaltigkeit – rationales Wirtschaften im Einklang mit Verantwortung. Ein Anspruch, der angesichts globaler Krisen aktueller ist denn je.

Gegründet vor drei Jahren von Bastian Börsch und Andreas Mangold, berät das Unternehmen kleine und mittelständische Betriebe bei der Erstellung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsmanagementkonzepten

Aufklärung statt Schlagworte

Das Kernthema von 432Hz ist hochrelevant. Das Unternehmen unterstützt Firmen dabei, Nachhaltigkeit messbar zu machen. Anders als viele Anbieter setzt 432Hz dabei nicht auf KI-generierte Konzepte, sondern auf individuell erarbeitete Ansätze. „Nachhaltigkeit ist kein Baukasten“, lautet die klare Haltung des Unternehmens. Die ursprüngliche Idee von 432Hz war es, praxisnahe Nachhaltigkeitslösungen für den Mittelstand zu entwickeln – regional verwurzelt, deutschlandweit aktiv und auch international anschlussfähig. Doch bevor konkrete Maßnahmen entstehen, steht für Börsch immer eine grundlegende Frage im Raum: Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich für dieses Unternehmen? Genau hier setzt 432Hz an – mit Aufklärung, Vereinfachung und einer realistischen Einordnung eines Begriffs, der inzwischen inflationär verwendet wird. Denn Nachhaltigkeit ist mehr als ein Marketinglabel. Die EU definiert sie klar entlang der ESG-Kriterien: ökologische, soziale und ökonomische Aspekte müssen gleichermaßen berücksichtigt werden – und stehen wirtschaftlichem Erfolg nicht entgegen, sondern sind ein entscheidender Teil davon. Das betrifft längst nicht mehr nur einzelne Branchen. Zwar arbeitete 432Hz anfangs vor allem mit Unternehmen aus dem Tiefbau zusammen, doch das Kundenspektrum hat sich deutlich erweitert. Der Druck kommt dabei häufig von oben: Hersteller und Global Player fordern zunehmend transparente Nachhaltigkeitsnachweise von ihren Zulieferern.

Der soziale Faktor: oft unterschätzt, aber entscheidend

Gerade der soziale Aspekt der Nachhaltigkeit wird in vielen Unternehmen noch unterschätzt. Das Start up unterstützt Firmen dabei, diese sozialen Faktoren sichtbar und messbar zu machen – immer angepasst an das jeweilige Geschäftsmodell. „Nicht jedes Unternehmen muss alles abbilden, aber jedes Unternehmen muss verstehen, was für die eigene Organisation relevant ist“, so Börsch. Gerade im Mittelstand sei der soziale Bereich oft bereits gelebte Praxis, werde jedoch selten strukturiert erfasst oder kommuniziert. ein aktiv gelebtes Nachhaltigkeitsmanagementhilft dabei, diese Leistungen systematisch darzustellen und weiterzuentwickeln.

Persönliche Überzeugung als Antrieb

Bastian Börsch lebt das Thema. Das wird im Gespräch schnell deutlich. Der studierte Nachhaltigkeitsmanager kam nicht zufällig zur Geschäftsidee, sondern aus persönlicher Überzeugung. Unterstützt wird er von seinem kaufmännischen Kompagnon Andreas Mangold sowie von Freelancern, die je nach Projektanforderung ins Team geholt werden. Langfristig ist das Ziel klar: wieder zu wachsen – allerdings nicht um jeden Preis. Jeder im Team soll sich entfalten können und sich mit den Werten von 432Hz identifizieren.

Die eigentliche Herausforderung sieht Börsch jedoch woanders: bei der fehlenden Vorstellungskraft vieler Unternehmen. „Viele wissen gar nicht, wie weit Nachhaltigkeit reicht“, sagt er. Dabei seien Mittelständler zunehmend gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Die EU habe versucht, Regularien zu vereinheitlichen, Fragebögen zu standardisieren und Kennzahlen vergleichbar zu machen. Genau das wünschen sich auch viele Unternehmen: einBericht, eine Kennzahl, ein System – statt zahlreicher unterschiedlicher Anforderungen.

Klimakrise, Fachkräftemangel und Digitalisierung

„Das ist die größte Herausforderung der Menschheit“, erklärt Börsch. Die Klimakrise sei Realität, und jeder Einzelne habe Einfluss darauf. Gleichzeitig würden Unternehmen mit einem zunehmenden Fachkräftemangel konfrontiert. Mitarbeitende müssten entlastet werden, Automatisierung und Digitalisierung seien dringend notwendig – nicht zwingend durch KI, sondern durch funktionierende digitale Prozesse. Noch immer arbeiteten viele Betriebe mit Excel-Tabellen. „Das wird in zehn Jahren nicht mehr funktionieren“, ist Börsch überzeugt.

Nachhaltigkeit müsse messbar sein – mit klaren Kennzahlen angepasst an das jeweilige Unternehmen. Dabei dürfe das Thema nicht eindimensional betrachtet werden. Jedes Unternehmen habe eigene Stolpersteine. Entscheidend sei, dass Nachhaltigkeit intern verankert werde: nicht als Nebenaufgabe des Geschäftsführers, sondern durch eine verantwortliche Person mit Zeit, Budget und Entscheidungsbefugnissen. Fehlt einer dieser Faktoren, könne das Thema nicht wirksam umgesetzt werden.

Mehr Infos auf www.432-hertz.com

Mit freundlicher Unterstützung des TZK