„Autismus sieht man Menschen nicht an. Sie unterscheiden sich aber in mehreren Bereichen von nicht-autistischen Menschen“, erklärt Jutta Weiß. Die 61-Jährige leitet das Kompetenzzentrum der Stiftung kreuznacher diakonie für Menschen mit Autismus – seit 2005 eine entscheidende Anlaufstelle für Betroffene und ihre Angehörigen in Rheinland-Pfalz. Den Welt-Autismus-Tag am 4. April möchte sie dazu nutzen, um mit Vorurteilen aufzuräumen und die Öffentlichkeit für die Bedürfnisse der betroffenen Menschen zu sensibilisieren.

Thomas Rüsche-Lohr, Teamleiter ambulante Förderung, Therapie und Beratung, erklärt: „Autismus ist angeboren und beginnt in der frühen Kindheit, auch wenn er manchmal erst später zu erkennen ist.“ Autismus beschreibt eine Variante der Entwicklung des Gehirns. Die Folge: die Wahrnehmung, das Verhaltens und die Kommunikation ist anders und das hat teilweise gravierende Auswirkungen auf alle Alltagsbereiche.

Hier setzt die Arbeit des Autismus Kompetenzzentrum auf dem Campus der Stiftung kreuznacher diakonie an. Menschen mit Autismus, ihre Eltern und Angehörigen, ihre Betreuer aber auch Fachkräfte und Institutionen haben in Bad Kreuznach eine erste Anlaufstelle. Seit 2005 leben und arbeiten aber auch Betroffene im Haus Rogate, den Tagesfördereinrichtungen und den Werkstätten der Stiftung. Rüsche-Lohr, seine Kollegin Stephanie Loser aus dem Bereich Wohnen und Jutta Weiß erzählen von den Anfängen: „Eltern von Betroffenen haben den Anstoß gegeben. Zwei intensiv betreute Wohngruppen für Erwachsene haben heute im Haus Rogate ihr Zuhause.“

Seit 2005 hat sich viel getan – auch konzeptionell. Das Kompetenzzentrum für Menschen mit Autismus ist die einzige Einrichtung dieser Art in ganz Rheinland-Pfalz. Nicht nur Hilfesuchende aus dem Kreis Bad Kreuznach finden hier Rat und Unterstützung, sondern auch aus den Kreisen Birkenfeld, Kusel, Mainz-Bingen, dem Rhein-Hunsrück-Kreis, der Südlichen Weinstraße, Alzey-Worms, der Stadt Wiesbaden, Worms, Mainz und dem Donnersbergkreis. Vom Kleinkinderalter bis zu Jugendlichen und Erwachsenen werden hier Menschen beraten, gefördert, betreut und begleitet. Das Kompetenzzentrum der Stiftung kreuznacher diakonie bündelt also Experten rund um das vielschichtige Thema Autismusspektrum. Zugleich bietet das Kompetenzzentrum, das mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz aufgebaut wurde, auch Fortbildungen für Fachkräfte, aber auch Betreuer und Angehörige an.

Für die Zukunft hat Jutta Weiß geplant, das Haus personell und konzeptionell weiterzuentwickeln. Im Mai wird außerdem die Feier zum 15-jährigen Bestehen im kleinen Rahmen mit den Angehörigen nachgeholt.

Mehr Informationen finden Sie unter:

https://www.kreuznacherdiakonie.de/soziale-teilhabe/wohnen-und-assistenz/besondere-angebote/autismus-kompetenzzentrum/








Bildrechte           Das Bild zeigt Thomas Rüsche-Lohr, Teamleiter ambulante Förderung, Therapie und Beratung Stiftung Kreuznacher Diakonie