Magazin NEXT Koblenz 06/2015

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HGF_Alexander_BadenIch weiß nicht, ob Sie die Debatte um die die Meisterpflicht im Handwerk verfolgt haben. Die EU „überprüft“ über „Änderungsrichtlinien zur Anerkennung von Berufsqualifikationen“ Zugangsmöglichkeiten zu reglementierten Berufen. Die Meisterqualifikation wie auch die duale Ausbildung ist dadurch in Gefahr. Vor diesem Hintergrund ist es besonders erfreulich, dass der Trend zum Meister ungebrochen groß ist. So wurden in diesem Jahr 621 Jungmeisterinnen und Jungmeister von der Handwerkskammer (HwK) Koblenz mit dem Großen Meisterbrief geehrt. Überreicht wurde der Befähigungsnachweis an Handwerker aus 24 Gewerken, darunter 108 Frauen, was für Vielseitigkeit des Handwerks steht, für Chancen und Selbstverwirklichung. Ein Drittel plant mit dem Meisterbrief die Selbstständigkeit, 10 Prozent führen bereits ihren eigenen Betrieb. Die jungen Menschen haben sich bewusst für eine Meisterausbildung als „Königsweg“ der Berufsausbildung entschieden. Sie sind überzeugt in eine solide berufliche Existenz zu investieren. Aber nicht nur die Handwerksgesellen profitieren von der Fortbildung, sondern Menschen wie Sie und ich. Meisterpflicht ist auch aktiver Verbraucherschutz!

1.412 angehende Meister besuchten 2014 die Vorbereitungskurse bei der HwK Koblenz. 897 Teilnehmer bereiteten sich im fachtheoretischen und fachpraktischen Teil auf die Meisterprüfung vor. 515 erwarben im Teil III und IV betriebswirtschaftliche, rechtliche und arbeitspädagogische Kenntnisse. Das ist eine Abstimmung mit den Füßen zu Gunsten des Handwerks!

Die Jungmeister sind stolz auf den Großen Befähigungsnachweis, die höchste Qualifikation im Handwerk. Von 2005 bis 2014 ehrte die HwK 6.014 Absolventen mit dem Großen Meisterbrief. 959 der Jungmeister waren Frauen. Mit 972 Absolventen war das Kfz-Handwerk am stärksten vertreten. Nach Novellierung der Handwerksordnung 2004 ist der Meisterbrief in einigen Handwerken als Voraussetzung der selbstständigen Ausübung gefallen. So wurde die Anzahl der meisterpflichtigen Handwerke von 94 auf 41 Handwerke reduziert. 53 Handwerke sind zulassungsfrei; zur Ausbildung in diesen Handwerken wird jedoch weiterhin der Meisterbrief verlangt. Und dennoch erwerben auch in den zulassungsfreien Gewerken Handwerksgesellen den Meisterbrief. Sie wissen, dass ein Meisterbetrieb bei den meisten Auftraggebern nach wie vor die besseren Karten bei der Auftragserteilung hat. Ein Meister kann ausbilden und so auch den Fachkräftebedarf sichern.

Die erforderlichen Grundlagen werden in der HwK-Meisterakademie gelegt. Hier laufen die Fäden der Vorbereitung zusammen. So werden die Inhalte der Meisterkurse stetig aktualisiert und den sich wandelnden wirtschaftlichen Erfordernissen am Markt und den technischen Veränderungen angepasst. Die Meister in spe bekommen bei ihrer Meistervorbereitung schon im Vorfeld und während der Gesamtdauer von den „Meistermachern“ der HwK Koblenz jegliche Unterstützung. Gerade im Handwerk schöpfen die Betriebe ihre Stärke, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit aus der fachlichen Qualifikation der Betriebsinhaber und Mitarbeiter. Vielleicht sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Handwerk auch einmal durch diese Brille.

Alexander Baden
Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

 

88seiten
Veröffentlicht in Ausgabe Koblenz 2015

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